Am vergangenen Freitag fand die elearn.nrw an der Uni Duisburg-Essen (Campus Essen) mit zahlreichen TeilnehmerInnen und einem großen Angebot an unterschiedlichen Sessions statt.

Für uns als eScouts war die Veranstaltung eine willkommene Gelegenheit, einen Einblick in aktuelle elearning-Trends an nordrheinwestfälsichen Hochschulen zu bekommen und vor allem mit entsprechenden Akteuren zusammenzukommen. So konnten wir einige Begegnungen bspw. dazu nutzen, uns über Erfahrungen mit Inverted Classroom-Szenarien auszutauschen und Werbung fürs Net[t]working-Projekt zu machen.

In drei Sessions zu den Themen „elearning in den Rechtswissenschaften“ ( Uni Köln/Fernuni Hagen), „Was wollen Lehrende und Studierende wirklich?“ (TH Köln/RWTH Aachen) und „Verzahnung von Hochschuldidaktik und eLearning“ (FU Hagen, Uni Paderborn, HS München) haben wir interessante Eindrücke darüber gewonnen, was Lehrende und Studierende unterschiedlicher Fachbereiche beim Thema elearning umtreibt und welche elearning-Projekte/Strategien an unterschiedlichen Hochschulen laufen.

Ein Projekt, das wir im Kontext von innovativen Lehrszenarios besonders spannend und nützlich finden, ist eine besondere Form der semesterbegleitenden Evaluation namens TAP (=Teaching Analysis Poll), die vom „Zentrum für Lehrentwicklung“ als Alternative zur Standardevaluation an der TH Köln angeboten wird. Beim TAP werden die Studierenden nicht über einen Evaluationsbogen, sondern „live“ in der Veranstaltung zu ihren Eindrücken einer speziellen Lehrveranstaltung befragt und die Ergebnisse werden später mit dem/r Lehrenden reflektiert. Der Knackpunkt dabei ist, dass der/die Lehrende selbst nicht bei der Befragung der Studierenden dabei ist, sondern MitarbeiterInnen des Zentrums für Lehrentwicklung in die jeweilige Veranstaltung kommen, um gemeinsam mit den Studierenden über positive Aspekte, Schwierigkeiten und Verbesserungsvorschläge im Hinblick auf die Lehrveranstaltung zu sprechen. Dabei dienen dei folgenden drei Fragen als Leitfragen:

  • Wodurch lernen Sie in der Lehrveranstaltung?
  • Was hindert Sie am Lernen?
  • Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie?

Dadurch, dass die Evaluation nicht vom Lehrenden selbst, sondern von externen, didaktisch geschulten MitarbeiterInnen ausgeht, trauen sich Studierende vermutlich sich freier zu äußern. Dadurch, dass die Evaluation in einer Gesprächssituation mit den KommilitonInnen erfolgt, können sie Schwierigkeiten mit ihren Peers problematisieren, wo ein klassischer Evaluationsbogen in der Regel an seine Grenzen stößt (vor allem weil die Freitexteingabe doch relativ selten genutzt wird). Daher sehen wir dieses Evaluationsformat vor allem für die Reflexion innovativer Lehrkonzepte als besonders geeignet, da es hier nicht um ein richtig oder falsch geht, sondern um das gemeinsame Ausprobieren und ständige Weiterentwickeln von neuen Wegen. Da ist es nur sinnvoll, den Studierenden den Raum zu geben, um miteinander die Stärken und Schwächen von neuen Konzepten zu diskutieren und den Lehrenden mitzureilen, was sie tatsächlich als hilfreich für den Lernprozess erachten.

Haben auch Sie bereits Erfahrungen mit alternativen Evaluationsformaten gemacht? Bzw. in welcher Form treten Sie mit Ihren Studierenden in den Dialog und welche Erkenntnisse haben sie bisher daraus gezogen, wenn es um innovative Lehrszenarien geht?

2 Antworten auf elearn.nrw in Essen: zahlreiche TeilnehmerInnen, spannende Beiträge, offene Fragen

  • Das klingt ja spannend! Übrigens gibt es TAP auch an der RUB: http://www.uv.ruhr-uni-bochum.de/ifb/tap/
    Wenn ich dieses Semester eine halbe Stunde von meinem Unterricht dafür abzwacken kann, werde ich das mal ausprobieren. (Early birds: es gibt wohl jedes Semester nur wenige Plätze dafür.)

    • Da bestätigt es sich wieder: Austausch ist alles! Gut, dass wir diesen Blog haben 🙂 Danke, Annette, für diesen wichtigen, für uns -zugegebenermaßen- neuen Hinweis! Wir befragen dann unsere KollegInnen der Hochschuldidaktik nochmal genauer dazu und sind gespannt, welche Erfahrungen Du mit TAP machst, wenn Du es ausprobieren kannst.

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